Die Bachforelle
Die Bachforelle (Salmo trutta forma fario) ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch.
Sie wird auch Flussforelle, Bergforelle, Steinforelle oder Fario genannt.
Wegen starken Besatzes in der Vergangenheit mit der aus Amerika stammenden Regenbogenforelle, die zudem weniger Ansprüche an die Wasserqualität stellt, ist dadurch die Bachforelle sehr stark bedroht. Zum Erhalt der heimischen Fischarten ist der Besatz mit fremden Arten seit einigen Jahren schon verboten. Die Bachforelle ist ein hervorragender Speisefisch.
Sie ernähren sich je nach Größe und Lebensraum vor allem von Insekten und im Wasser lebenden Insektenlarven, kleinen Fischen wie der Groppe und kleineren Krebstieren. Auch Kannibalismus ist bei der Bachforelle verbreitet. Durch ihren stromlinienförmigen Körper kann die Bachforelle sehr schnell ihre ausgemachte Beute fangen. Sie versteckt sich unter dicht gewachsenen Wasserpflanzen und greift dann schnell an.
Gelegentlich kommen Hybriden aus Bachforelle und Bachsaibling vor, die wegen ihres markanten Musters Tigerforellen genannt werden.
Die Schmerlen
Die Schmerlen (Cobitidae), auch als Dorngrundeln bekannt, sind eine Familie der Fische. Sie sind bodenständige Süßwasserfische, von denen etwa 100 Arten bekannt sind. Ihr Vorkommen erstreckt sich von Europa, Nordafrika bis nach Asien. Die größten Expemplare können bis zu 30 cm lang werden.
Vor allem kleinere Arten sind auch als Zierfische in der Aquaristik bekannt,
wo sie oft fälschlicherweise als Schneckenbekämpfer eingesetzt werden.
Die Groppe
Die Groppe (Cottus gobio), auch Kaulkopf, Westgroppe, Koppe oder Mühlkoppe genannt, ist ein kleiner, auch in Deutschland vorkommender Süßwasserfisch. Die kaum bekannte Groppe gehört zu den gefährdeten Tierarten und war 1989 Fisch des Jahres, im Jahre 2006 ist sie es wiederum.
Sie ist ein nachtaktiver Grundfisch mit spindelartigem Körper, einem großen, breiten Kopf, glatter, schuppenloser Haut und zurückgebildeter Schwimmblase, der etwa 12 bis 16 Zentimeter lang wird.
Die Stichlinge
Die Stichlinge (Gasterosteidae) sind eine Familie der Fische, die in fast der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet ist.
Die gewandten Schwimmer kommen im Süßwasser und küstennahen Brack- und Meerwasser vor.
Den Namen verdanken sie einer Reihe von 3-16 Einzelstacheln vor ihrer Rückenflosse.
Es handelt sich dabei um umgewandelte Flossenstrahlen. Die vorderen Strahlen der Bauchflossen sind ebenfalls zu Stacheln umgebildet. Alle Stacheln können dauerhaft und ohne weiteren Kraftaufwand aufgerichtet getragen werden, da sie in Scharnieren einrasten.
Stichlinge haben keine Schuppen, ihre Haut ist entweder nackt oder mehr oder weniger vollständig mit Knochenplatten beschildert. Die meisten Arten bleiben relativ klein und erreichen Größen von 4 bis 8 cm, lediglich der Seestichling hebt sich mit einer Länge von bis zu 20 cm davon ab.
Alle Stichlinge bauen zur Laichzeit Nester und zeigen ein ausgeprägtes, zum Teil sehr komplexes, Brutpflegeverhalten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kleintieren.
Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist gering, gegessen wurden Stichlinge in Europa nur zu Notzeiten. Zeitweise und regional begrenzt wurden sie aber zur Herstellung von Fischmehl, als Tierfutter oder zur Düngerherstellung verwendet. Allerdings kann insbesondere der zur Massenvermehrung neigende Dreistachlige Stichling als Laichräuber und Nahrungskonkurrent für Nutzfische in der Fischereiwirtschaft auffallen.
Stichlinge stellen ihrerseits eine nicht unbedeutende Nahrungsquelle für Raubfische (wie zum Beispiel Hechte) und fischfressende Vögel (zum Beispiel Graureiher) dar. Zudem sind Stichlinge häufig als einzige Fische in der Lage, Kleingewässer in der menschlichen Kulturlandschaft, wie begradigte Bäche oder Meliorationsgräben, zu besiedeln.
Die Hechte
Die Hechte (Esocidae) gehören zur Raubfischfamilie der Esociden. Sie haben einen pfeilförmigen Körper und ein weites Maul mit spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen (Hundszähne), einen seitlich abgeflachten Körper und eine große entenschnabelförmige Schnauze. Rückenflosse und Afterflosse sind auffallend weit nach hinten verlagert. Anders als bei den oft grünlich gefärbten Junghechten (Grashechte), sind die älteren Exemplare meist gelblich bis braun.
Die Laichzeit der Hechte beginnt unmittelbar nach der Schneeschmelze und endet erst im Mai.
Von einem Weibchen werden 100.000 bis 1 Million etwa 3 mm große Eier abgelegt, welche an Wasserpflanzen haften bleiben. Die Larven schlüpfen nach 10 bis 30 Tagen und ernähren sich zunächst von ihrem Dottervorrat. Die Jungfische fressen anfangs im Plankton lebende Kleinkrebse und später größere Beute. Die Geschlechtsreife erreichen Hechte mit drei bis vier Jahren.
Hechte sind gefräßige Räuber und neigen zu Kannibalismus; über 90 Prozent der Junghechte werden durch die eigenen Artgenossen gefressen. Ein Hecht kann Artgenossen fressen,
die bis zu 70 Prozent seiner eigenen Körpergröße messen. Der Hecht ist bei seiner Beute in der Regel nicht allzu wählerisch und frisst nicht bloß alle möglichen anderen Fische bis hin zum Aal,
sondern auch Frösche, Molche, Mäuse, Ratten und junge Enten, gelegentlich sogar Krebse. In nahrungsarmen Gewässern frisst er sogar Würmer und große Blutegel.
Hechte bewohnen verkrautete, vorzugsweise klare, fließende und stehende Gewässer in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens. Der Europäische Hecht (Esox lucius) kann bis zu 35 kg schwer und etwas über 1,50 m lang werden, solche Größen sind aber Ausnahmen, schon Hechte von mehr als 1 m sind rar, Exemplare von mehr als 1,30 m schon außerordentliche Seltenheiten. Der Hecht ist wegen seiner Kampfeskraft bei Anglern beliebt.
Auch als Speisefisch ist der Hecht geschätzt, allerdings hat er viele kleine spitze Gräten (Y-Gräten) und trockenes Fleisch. 100 g Hecht enthalten 372 kJ (89 kcal). Sein Fleisch wird vorzugsweise zu Fischbällchen verarbeitet („Hechtklößchen“).
siehe auch: Seehecht
Der Hasel
Der Fisch Hasel (Leucisus leucisus) ist vor allem in schnellfließenden Gewässern mit festem Grund der Äschen- und Barbenregionen zu finden. Dort findet man diesen im Schwarm lebenden Fisch vor allem in Ufer- und Oberflächennähe. Auf dem Speiseplan stehen im Wasser lebende Wirbellose,
Würmer, kleine Krebse, Larven von Insekten und Mollusken. Hin und wieder werden aber auch einige wenige Pflanzen verspeist. Die Laichzeit ist zwischen März und Mai anzusiedeln.
Während dieser Zeit ist der Körper des Männchens mit einem Laichausschlag bedeckt. Die befruchteten Eier werden an kiesigen Stellen an Pflanzen oder Steine geheftet. Die Geschlechtsreife ist im Normalfall mit 3 Jahren erreicht.
Die Hasel kommt in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in vielen größeren und manchen kleineren Flüssen vor.
Der Flussbarsch
Der Flussbarsch (Perca fluviatilis), am Bodensee Kretzer genannt, in der Schweiz auch Egli,
ist ein in ganz Europa vorkommender Süßwasserfisch. Er gehört zu den wichtigsten Speisefischarten und wird von Fischern, Anglern, Köchen und Konsumenten geschätzt. Das weiße Fleisch ist mager und grätenarm. Typisch sind seine geteilte Rückenflosse (typisch für alle Barschartigen), sowie die rötliche Färbung der Brust- und Bauchflossen. Beide Rückenflossen (besonders die vordere) sowie die Afterflosse sind mit spitzen Stachelstrahlen (Hartstrahlen) ausgestattet (vgl. Bild). Die Häute zwischen den Flossenstrahlen weisen häufig vereinzelte schwarze Flecken verschiedener Größe auf.
Der Körper weist oft ein schwaches Streifenmuster aus 6-8 senkrechten Streifen auf und ist grau-grün gefärbt. Das Maul ist leicht oberständig (d.h. der Unterkiefer ragt über den Oberkiefer), fast endständig. Flussbarsche erreichen eine durchschnittliche Länge von 40 Zentimetern und werden selten schwerer als ein Kilogramm. Die größten Vertreter seiner Art erreichen über 50 Zentimeter Länge und werden bis dreieinhalb Kilogramm schwer. Allerdings wachsen manche Flussbarsch-Herkünfte außerordentlich langsam. Mit 8 bis 10 Jahren sind sie erst 25 cm lang. Tesch (1955) und Thorpe (1977) fanden jedoch auch deutlich "wüchsigere" Populationen, welche bereits als vierjährige Barsche durchaus 25 cm Gesamtlänge aufweisen können. Neben genetischen Faktoren orientiert sich das Wachstumspotential am Nahrungsangebot und weiteren Gewässerbedingungen.
Die erwachsenen Tiere laichen im Litoral in Form von Laich-Schläuchen ab, welche sekundär zu unregelmäßigen Laichbändern (auch Laichschnüre oder Laichstreifen genannt) aufreißen können und ein typisches Netzmuster tragen (Quelle: Stephan Dreyer: Der europäische Flussbarsch als Obkekt der Aquakultur. Bemerkungen und Daten zu Biologie und Produktionstechnik. Stuttgart-Universität Hohenheim, 1987). Nach dem Schlüpfen steigen die Larven an die Oberfläche,
um ihre Schwimmblase zu füllen. Von der Strömung werden die Larven ins Pelagial abgetrieben,
wo sie sich von kleinem Zooplankton ernähren. Nach einigen Wochen kehren die Jährlinge (0+-Kohorte) ins Litoral zurück. Dort findet oft eine Umstellung der Ernährung auf Makrozoobenthos (unter anderem Insektenlarven) statt. In mesotrophen und eutrophen Seen konkurriert die Schwärme von jungen Flussbarschen vor allem mit Cypriniden, wie zum Beispiel den Rotaugen (Rutilus rutilus) um Zooplankton und Zoobenthos.
Die Rotaugen, hier noch einmal benannt ein hervorragender Speisefisch.
Ab einer bestimmten Größe können Flussbarsche in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot piscivor werden. Sie ernähren sich dann zum Teil kannibalisch von kleineren Barschen und auch von Cypriniden oder anderen jeweils "maulgerechten" Fischen. Die Phase der Makrozoobenthos-Ernährung ist nicht zwingend notwendig, um piscivor zu werden. In sehr produktiven Seen können sich auch große Flussbarsche weiter von Plankton und Benthos ernähren und werden nicht piscivor. In tiefen Seen überwintern die Flussbarsche einzeln in großer Tiefe. Die Tiere benötigen über mehrere Monate Temperaturen von 6 Grad Celsius und weniger, damit sich die Gonaden entwickeln können. Nach Dreyer 1987 (Dissertation über den Flussbarsch) genügen bei deutschen Flussbarschen 150 Tage bei 10°C zur Reifung befruchtungsfähiger Eier im weiblichen Geschlecht, der Temperaturbereich zum Erhalt reifer Spermien der Männchen liegt sogar darüber. (Quelle: Stephan Dreyer: Der europäische Flussbarsch als Obkekt der Aquakultur. Bemerkungen und Daten zu Biologie und Produktionstechnik. Stuttgart-Universität Hohenheim, 1987) Seit der Einführung des Kaulbarschs (Gymnocephalus cernuus) in zahlreiche europäische Seen hat der Flussbarsch einen neuen Konkurrenten bekommen.
Bis jetzt ist noch nicht klar, wie sich dies in den nächsten Jahrzehnten auf die Artenzusammensetzung auswirken wird.
Die Regenbogenforelle
Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss, früher: Salmo gairdneri) ist ein ursprünglich aus Nordamerika stammender Salmonide, der etwa 1882 in Europa eingebürgert wurde. Regenbogenforellen, die den Verbrauchern im abgewachsenen Alter auch als Lachsforellen angeboten werden, sind ausgezeichnete Speisefische, die in Teichwirtschaft gezüchtet werden. Sie eignen sich dazu besser als andere heimische Forellenarten, da sie höhere Wassertemperaturen vertragen (bis 25 °C).
Regenbogenforellen werden bis zu 80 cm lang und 10 kg schwer. Auf dunklem Untergrund ist ihr rötlicher Seitenstreifen deutlich erkennbar, besonders bei älteren Männchen in der Laichzeit,
während der Körper auf hellem Grund fast nicht sichtbar ist. Er ähnelt der einheimischen Bachforelle, hat jedoch nicht deren ausgeprägtes Muster von roten Punkten. Die Regenbogenforelle hat außerdem einen kleineren und stumpferen Kopf. Der Unterkiefer befindet sich weiter vorne.
Der Körper ist mit schwarzen Punkten bedeckt. Männchen tragen einen Laichhaken am Unterkiefer.
Regenbogenforellen leben als Jungtiere in Schwärmen. Erst ab einem Gewicht von etwa 3 kg beginnen sie ein einzelgängerisches Leben in einem eigenen Revier. Ihre Lebenserwartung hängt stark von der Wasserqualtiät und von anderen örtlichen Gegebenheiten ab; die meisten Tiere werden allerdings nicht älter als 7 Jahre. Es soll jedoch in Kalifornien einige Regenbogenforellen gegeben haben, die bis 11 Jahre alt geworden sind.
Regenbogenforellen werden mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif. Ihre Laichzeit dauert in Mitteleuropa von Dezember bis Mai, in den USA von März bis April. Zum Laichen gräbt das Weibchen in den Kies der Oberläufe von Flüssen mit ihrer Schwanzflosse eine Laichgrube, in welche sie ihre Eier legt.
Das Männchen besamt anschließend die Eier, worauf das Weibchen die Grube mit Sand und Kies wieder zudeckt. Die Entwicklung dauert 300 bis 320 Tagesgrade (d. h. bei 10 Grad 30 bis 32 Tage, bei 5 Grad doppelt so lange). Nach dem Schlüpfen tragen die Jungfische noch einen Dottersack, der sie ernährt. Bis dieser aufgebraucht ist, bleiben sie noch in der Nähe der Grube.
Regenbogenforellen ernähren sich von Insekten, kleinen Fischen wie Elritzen und Koppen und auch kleineren Artgenossen, Fröschen, Würmern, Kaulquappen, und Bachflohkrebsen . Insekten jagen sie sowohl unter Wasser (Larven) als auch über bzw. an der Wasseroberfläche.
In der Teichwirtschaft erhalten Regenbogenforellen praktisch ausschließlich Pelletfutter,
das im Wesentlichen aus gepresstem Fischmehl, Blutmehl, Fischöl und einem meist pflanzlichen Bindemittel besteht. Die früher verbreitete Nassfütterung mit Schlachtabfällen von Artgenossen ist heute aus seuchenpolitischen Gründen obsolet. Bei der Brutaufzucht kommt es häufig zu Kanibalismus durch sog. Vorwüchser, also rascher wachsende Individuen.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Regenbogenforelle
Ursprünglich im Nordwesten der USA und Südwesten Kanadas heimisch, ist die Regenbogenforelle seit 1882 auch in Europa verbreitet. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Laich und junge Fische in viele Regionen der Welt exportiert und dort angesiedelt. Sie leben in Flüssen und Seen, bevorzugen allerdings schnellfließende und klare Gebirgsbäche. Einige der flussbewohnenden Exemplare schwimmen nach einiger Zeit ins Meer und bleiben dort. Wegen ihres blauen Kopfes werden sie auch Stahlkopfforellen genannt. Durch das schnelle Wachstum und den großen Nahrungsverbrauch der Regenbogenforellen können Bestände der einheimischen Bachforellen verdrängt werden. |